Julia König führt gemeinsam mit Ihrem Mann Andreas die ECHT nachhaltig Unterkunft Ferienhof König in Neukirch.
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Julia König

Geboren in Friedrichshafen-Ettenkirch, betreibt Julia König gemeinsam mit ihrem Mann Andreas den Ferienhof König in Bernried bei Neukirch. Eigentlich hatte die zweifache Mutter (Jahrgang 1986) BWL studiert, doch dann entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Gastgewerbe.  Besonderen Wert legt sie dabei auf Familienfreundlichkeit, Sauberkeit und  Nachhaltigkeit.

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Mit dem Ferienhof habe ich mir einen Traum verwirklicht.
Julia König

Wie bist du zum Gastgewerbe gekommen?

Der Hof König existiert schon seit mehreren Generationen und wurde ursprünglich von der Familie meines Mannes als Bauernhof im Vollerwerb geführt.  Mein Mann Andreas und ich spielten schon länger mit der Idee, den Gästebetrieb  wieder aufleben zu lassen. Also haben wir 2016 unseren Traum verwirklicht, unseren Bauernhof umgebaut und zunächst zwei Ferienwohnungen eingerichtet. 2019 haben wir dann eine weitere, kleinere Ferienwohnung ausgebaut. Mittlerweile sind wir sehr dankbar, diesen Betriebszweig wieder aufgebaut zu haben. Es macht unglaublich viel Freude, wenn wir unseren Gästen einen schönen Urlaub ermöglichen können, wir lernen so viele nette Menschen kennen, haben so wunderbare Begegnungen und Gespräche und genießen durch unsere Gäste immer selbst auch einen „Hauch von Urlaub“ um uns herum. 

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Was erwartet die Besucher auf dem Ferienhof König?

Drei voll ausgestattete Ferienwohnungen zur Selbstversorgung: "Im Wiesle“, "Im Obstgärtle" und "Im Wäldle". Wanderwege vor der Haustür in die Umgebung des Bodensee-Hinterlands, etwa 10 km Autofahrt bis nach Tettnang, Wangen im Allgäu und etwa 15 km ans Seeufer. Ein großer Garten mit vielen verschiedenen, individuell gestalteten Spielecken sowie Tiere zum Anfassen und Versorgen oder Spazieren führen.
 
 


Der Ferienhof König ist das Zuhause vieler verschiedener Tiere, die auch von den Gästen umsorgt werden dürfen. Auch die Rinderdamen freuen sich über Zuwendung.

Tiere zum Anfassen

Aktuell bewirtschaften wir unseren landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb. Das Hauptstandbein liegt dabei in der Grünlandbewirtschaftung. Doch auch in der Viehhaltung, der Forstwirtschaft, dem Ackerbau und in der Herstellung von Obstbränden sind wir tätig. Neben einer ganzen Schar von kleinen und größeren Rindern vervollständigen unsere beiden Ponys Emma und Lenchen, unsere Ziegen und unsere Katzen Finja, Lotta und Blacky unseren Hof. Immer im Frühjahr kommen dann noch eine kleine Schaffamilie und zwei Schweine dazu. Seit Dezember haben wir für etwa ein Jahr zwei Esel – Amos und Miro – als tierische Gäste bei uns zu Besuch. Uns ist wichtig, dass unsere Gäste mit den Tieren in Berührung kommen dürfen, die Tiere auch versorgen dürfen - und das nicht nur zu festen Fütterungszeiten - oder mit den Ponys spazieren gehen können.  

Nachhaltigkeit ist nicht neu

Auf dem Land ist nachhaltiges Wirtschaften in vielerlei Hinsicht schon lange im Bewusstsein verankert. Gerade auf Bauernhöfen, die ja oft über Generationen in Familienbesitz bestehen, muss man heute schon an das "Morgen" denken, ohne das "Gestern" dabei aus dem Blick zu verlieren. In unserer Zeit wird das zur großen Herausforderung. Nachhaltig zu sein ist für mich ein Puzzle aus vielen Teilen. Da gehört beispielsweise die Achtsamkeit im Umgang mit der Natur und Ressourcen dazu. Dass wir unserer immer schnelllebigeren Zeit, den immer kurzlebigeren Produkten und unserer Wegwerfgesellschaft entgegenwirken und unseren Kindern eine „gesunde“ und intakte Umwelt übergeben können.  

2022 wurde der Ferienhof König in der Kategorie Unterkunft mit dem Siegel "ECHT nachhaltig" ausgezeichnet. Wie setzt ihr Nachhaltigkeit um?

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Hackschnitzel und Fotovoltaik

Nachhaltigkeit spielt eine immer wichtigere Rolle, sowohl für uns als auch für die Gäste. Wir haben den Hof 2017 umgerüstet und eine  Hackschnitzelheizung für Warmwasser und Heizung mit Holz aus unserem eigenen Wald und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Da wir eine Bushaltestelle vor dem Haus haben,  sagen wir auch unseren Gästen, dass sie das Auto gerne stehen lassen können. Wir wollen unsere Gäste für Nachhaltigkeit sensibilisieren und geben Tipps, beispielsweise dass sie die Spülmaschine möglichst erst laufen lassen, wenn die Sonne scheint, damit der Strom über die Fotovoltaikanlage kommt. Was für uns bei Nachhaltigkeit eine große Bedeutung hat, ist die Regionalität. Es muss nicht unbedingt Bio sein, aber man soll das essen, was gerade hier in der Region reif ist. Wir haben einen Naschgarten und ein Insektenhotel sowie unsere eigenen Rinder, deren Fleisch regional vermarktet wird. Nachhaltigkeit heißt auch, dass man ein Bewusstsein schafft. Brauch ich das wirklich, was ich kaufe? So entwickelt man sich immer weiter und das ist wichtig, weil wir Nachhaltigkeit als einen beständigen Prozess sehen.  

Du bist sehr kreativ und lässt alte Gebrauchsgegenstände wieder aufleben, was sich auch in den Ferienwohnungen widerspiegelt. Kannst du uns ein paar Beispiele dafür geben? 

Auf dem Hof gibt es viele Dachbodenschätze, die ich versucht habe zu recyclen. Zum Beispiel habe ich alte Fensterrahmen als Bilderrahmen umfunktioniert. Oder ich habe eine alte Obstleiter als Lampenhalterung an die Decke montiert. Die Ferienwohnungen heißen alle gemäß unserer Tätigkeitsbereiche: "Im Wäldle“ steht für die Forstwirtschaft, "Im Wiesle“ für die Grünlandbewirtschaftung und "Im Obstgärtle" für die Herstellung von Obstbränden mit unseren Apfelbäumen.  Das Interieur habe ich entsprechend gestaltet, angefangen von den Wandfarben bis hin zum Dekor. So hängt zum Beispiel auch in jeder Wohnung eine eigene Uhr aus Kistenbrettern vom Nachbarort. Die Bretter habe ich zusammengeschraubt und dann entsprechend dekoriert und ein Ziffernblatt angebracht.
 

Wann ist die beste Jahreszeit für einen Urlaub im Bodensee-Umland?

Wir haben das ganze Jahr über geöffnet. Im Winter ist es etwas ruhiger und wir haben etwas weniger Tiere. Der Versorgungsaufwand der Rinder ist dafür über den Winter höher, wenn die Tiere im Stall sind. Manche Spielecke im Garten ist jetzt zwar eingewintert, dafür entsteht gerade für die ungemütlichen Zeiten im Jahr eine Spielscheune, bei der ich mich derzeit kreativ und mit vollem Elan austobe. Liegt genug Schnee, gelangt man sogar fußläufig zur nächsten  Langlaufloipe. Die ersten Skigebiete im Allgäu sind mit einer halbstündigen Autofahrt zu erreichen. Direkt von unserem Hof aus können die Gäste zu jeder Jahreszeit Wanderungen unternehmen oder unsere Ponys spazieren führen. Im Sommer sind die Gäste in wenigen Kilometern schon am Bodenseeufer. Manchmal vielleicht sogar schneller, als wenn man in der Autoschlange direkt am See steht. Viele genießen dann die Ruhe im Hinterland, wenn es am Bodensee durch die vielen Urlauber zu wuselig ist.