Herbstzeit ist Erntezeit

Auf den Plantagen werden Äpfel und Trauben geerntet. Der Duft der Früchte ist betörend. Und frisch geerntetes Obst schmeckt einfach köstlich! Tief einatmen - riechen Sie den einzigartigen Duft des Sees?

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Starparade der Äpfel

Seit Jahrhunderten werden in der Bodenseeregion Äpfel kultiviert. Noch heute haben die Äpfel in jedem Herbst ihren großen Auftritt: Auf 7.000 Hektar werden dann etwa 250.000 Tonnen geerntet. Drei Apfelhoheiten - eine Königin und zwei Prinzessinnen - sorgen dafür, dass die Ernte genügend Aufmerksamkeit erfährt.

An apple a day...

In der gesamten Region finden von Mitte September bis Mitte Oktober zahlreiche Veranstaltungen rund um das köstliche und gesunde Obst statt. Und in vielen Gastronomiebetrieben finden die Gäste leckere Apfelmenüs auf der Speisekarte.

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Obstregion mit einzigartiger Tradition

Die teilweise noch erhaltenen Streuobstwiesen entstanden Mitte des 18. Jahrhunderts. Heute wachsen knackige Äpfel und saftige Birnen zum großen Teil in rentablen Obstplantagen. Nach wie vor zählt die Bodenseeregion zu den klimatisch weltbesten Anbaugebieten für aromatisches Obst.

Äpfel, Birnen & Co.

Die Form, Farbe und Festigkeit hat der Bodenseeapfel dem einzigartigen Zusammenspiel von herbstlichem Frühnebel und warmer Septembersonne im Wechsel mit kühlen Nächten zu verdanken. Jonagold, Elstar, Golden Delicious oder Braeburn werden nicht nur als Tafeläpfel verkauft, man benötigt sie auch für die leckeren Säfte und Schnäpse, die zum Teil von den Apfelbauern in hofeigenen Brennereien destilliert werden. 

Knackig, frisch und einfach zum Anbeißen

Um die 320 Hektar Anbaufläche stehen außerdem den Birnen zur Verfügung. Diese gedeihen am besten unter Weinbauklimaten - und sind damit am Bodensee bestens aufgehoben. Auch Kirschen, Zwetschgen und verschiedene Beerensorten wie Himbeeren, Brombeeren oder Johannisbeeren schmecken nicht nur frisch vom Baum oder Strauch, sondern auch eingemacht, eingekocht, auf dem Kuchen oder als Schnaps.

Gut zu wissen

Wer Lust hat, seinen Apfelsaft selbst zu machen: Für einen Liter Apfelsaft benötigen Sie 1,5 Kilogramm Äpfel. Gut eignen sich die Sorten Boskoop, Jonagold oder Elstar.

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Von der Traube zum Wein

Die Herbstzeit ist für die Winzer am Bodensee eine arbeitsintensive Zeit: Denn die Traubenernte steht an, in Winzer-Sprache die "Traubenlese".

Die Maische

Nach der Lese werden die Beeren in einer Mühle vorsichtig zerdrückt, sodass ein dickflüssiges Gemisch aus Fruchtfleisch, Traubenkernen, Schalen und Saft entsteht: die Maische. Anschließend wir die Maische gekeltert, also ausgepresst. So werden die Traubenrückstände (Trester) vom süßen Traubensaft (Most) getrennt. Dann kann dem Most schwefelige Säure oder Schwefeloxid zugefügt werden. Diese Schwefelung soll Oxidation verhindern und vor mikrobaketeriellem Verderb schützen. Im folgenden Schritt wird die Maische in Holzfässer gefüllt, wo die Gärung selbst in Gang kommt. Nach einer Zeit der Reife, in der der Zucker durch Hefe in Alkohol umgewandelt wird, kann der Wein in Flaschen abgefüllt werden

"TERROIR" - Die Bodenqualität

Die Bodenseeregion ist geprägt von der letzten Eiszeit vor über 100.000 Jahren. Insbesondere der Rheintalgletscher formte zahlreiche Moränenhügel, auf deren Südhängen heute die Reben wachsen. Die Zusammensetzung der Böden besteht aus sandigem Lehm, durchzogen mit Schotter und Geröllmassen der Alpen. Der Boden ist so nährstoffreich und fruchtbar, dass viele Winzer kaum düngen.

Haus für Wein, Kultur und Geschichte

Vineum - das besondere Museum

Wer sich für die Geschichte des Weinbaus in der Bodenseeregion interessiert, dem sei ein Besuch des Vineums empfohlen. Im ehemaligen historischen Heilig-Geist Spital in Meersburg steht eine der ältesten, größten und noch voll funktionsfähigen Weinpressen Europas. 

Rund um diesen sogenannten „Weintorkel“ von 1607 ist mit dem vineum bodensee ein Museum modernsten Typs entstanden. Was hat unser heutiges Silvesterfeuerwerk mit dem Weingenuss zu tun? Und warum wünschten sich die Winzer am Bodensee früher einen Eisenbahnanschluss für die Region? Das Haus für Wein, Kultur und Geschichte ist mit seinem innovativen Konzept bislang einmalig in Deutschland. Und natürlich kann man hier an der Vinothek eine Auswahl der besten Bodensee-Weine verköstigen – und einfach nur genießen.