Internationales Schlosskonzert: Trio Marton
Wojciech Garbowski - Violine
Marcus Hagemann - Violoncello
Cristina Marton - Klavier
Werke von F. Schubert, J. S. Bach, D. Schostakowitsch u. a.
Franz Schubert Impromptu Ges-Dur Op.90/3 – Andante
Impromptu Es- Dur op. 90/2 – Allegro
Impromptu c-Moll op.90/1 – Allegro molto moderato
Sofia Gubaidulina aus Präludien für Violoncello solo
Pēteris Vasks Castello Interior für Violine & Violoncello
Johann Sebastian Bach Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo, BWV 1002
Dmitri Schostakowitsch Klaviertrio Nr. 1 C-Dur op. 8
Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67
Ein Abend zwischen Wiener Klassik, früher Romantik und Moderne: Das Trio Marton – Wojciech Garbowski (Violine), Marcus Hagemann (Violoncello) und Cristina Marton (Klavier) – spannt mit Schuberts Impromptus für Klavier solo, einem Duo für die beiden Streicher und zwei Trios einen dramaturgischen Bogen über zwei Jahrhunderte.
Die Pianistin bringt mit zwei Impromptus von Franz Schubert aus op. 90 jene Zwischenform, die für sich stehen und doch das Gewicht eines Sonatensatzes haben kann. Der lettische Komponist Pēteris Vasks verneigt sich in „Castello Interior“ – einem konzentrierten Dialog für Violine und Violoncello – vor der Mystikerin Teresa von Avila und ihrer Schrift „Wohnungen der inneren Burg“ („Moradas del castillo interior“ aus dem Jahr 1577). Das Stück führt existenzielle Spannung und klangliche Zartheit zusammen und wurde von der Cellistin Sol Gabetta in Auftrag gegeben.
Im September gedachte die Musikwelt des 120. Geburtstags von Dmitri Schostakowitsch: das erste Klaviertrio des erst 17-jährigen Komponisten birgt viel Persönliches, romantische Verliebtheit, aber auch schon jene sarkastische Tonsprache, die später so viele seiner Werke kennzeichnet. Den Abschluss des Programms bildet das so genannte „Geistertrio“ op. 70/1 von Beethoven: Im Zentrum steht ein langsamer Mittelsatz, ein „Notturno von geisterhafter Unwirklichkeit“, das einzig in Beethovens Werk dasteht.
Die drei Musiker finden seit über fünfzehn Jahren in regelmäßigen Projekten zusammen. Ihr Markenzeichen: klangliche Homogenität, interpretatorische Risikofreude und eine unmittelbare Ansprache. Der in Krakau geborene Geiger Wojciech Garbowski widmet sich seit Jahren der Kammermusik und der Neuen Musik; als Mitglied des Sonar Quartetts und Gast u. a. bei Ensemble Modern und MusikFabrik verbindet er stilistische Neugier mit schlanker, fokussierter Tongebung. Der in Donaueschingen geborene Cellist Marcus Hagemann ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe; seine vielseitigen Kollaborationen in Europa, Nord‑ und Südamerika dokumentieren eine breite kammermusikalische Praxis. Die Pianistin Cristina Marton ist international sowohl solistisch als auch als Kammermusikerin präsent; besondere Akzente setzte sie in Klavierduo‑Projekten u. a. mit Martha Argerich. Gemeinsam formen die drei Musiker ein Trio, das historische Perspektive und Gegenwartsbezug produktiv verschränkt.