Drei Länder rücken das Rotauge in den Fokus: Internationale Bodensee Rotaugenwochen 2026

Vom 21. März bis 6. April 2026 präsentieren teilnehmende Gastronomie- und Fischereibetriebe rund um den Bodensee den heimischen Süßwasserfisch

Wenn die Tage länger werden und der Frühling am Bodensee Einzug hält, beginnt am See eine besondere kulinarische Jahreszeit: Vom 21. März bis 6. April 2026 laden die Internationalen Bodensee Rotaugenwochen dazu ein, einen der nachhaltigsten und regionalsten Speisefische des Sees zu entdecken. Insgesamt fünfzehn Gastronomie- und Fischereibetriebe rund um den Bodensee aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten in dieser Zeit spezielle Gerichte rund um das Rotauge an – frisch gefangen und kreativ zubereitet.

Fangfrisch aus dem Bodensee – Rotaugen überzeugen als Speisefisch mit unverwechselbarem Charakter.
Fangfrisch aus dem Bodensee – Rotaugen überzeugen als Speisefisch mit unverwechselbarem Charakter. © Echt Bodensee, Foto: Stefanie Auer-Schamarek

Ein Fisch mit Charakter
Das Rotauge, auch Plötze genannt, gehört zur Familie der Karpfenfische und ist seit jeher im Bodensee heimisch. Lange stand es im Schatten des Blaufelchens, das jahrzehntelang als der Bodenseefisch schlechthin galt. Doch die Situation hat sich gewandelt: Seit Januar 2024 gilt am Obersee ein dreijähriges Felchenfangverbot, dessen Bestände durch veränderte Nährstoffverhältnisse im See stark zurückgegangen sind. Das Rotauge hingegen ist in großen Mengen vorhanden und das aus einem bemerkenswert ökologischen Grund: Als Karpfenfisch mit kräftigen Schlundknochen ernährt es sich von der invasiven Quagga-Muschel, die sich seit einigen Jahren im Bodensee ausbreitet. Der Fisch übernimmt damit eine natürliche Regulierungsfunktion im Ökosystem des Sees.

Für Berufsfischer Bernd Kaulitzki aus Wasserburg, Vorsitzender des Bodenseefisch e.V. und Mitgründer der Schutzmarke „Wildfang Bodensee", ist das Rotauge längst zum wichtigsten Fisch seines Berufsalltags geworden: „Das Rotauge ist mein Brotfisch. Ich fange an guten Tagen zwischen 20 und 50 Kilogramm, an Spitzentagen können es auch über 100 Kilogramm sein. Und ich kann ihn in Massen an die Gastronomie liefern. Der Fisch hat einen eigenen Charakter, einen Eigengeschmack – das ist das Tolle daran." Kaulitzki ist seit über 35 Jahren Berufsfischer am Bodensee. Im Bodensee Podcast der Deutschen Bodensee Tourismus gibt er Einblicke in seinen Alltag, die Rotaugenwochen und die Zukunft der Bodenseefischerei. Die ganze Folge finden Interessierte unter www.echt-bodensee.de/podcast.

Frisch gefangen, kreativ zubereitet
Die Zubereitungsmöglichkeiten für das Rotauge sind vielfältig: als Matjes, als gebratenes Filet in verschiedenen Saucen, knusprig frittiert oder sauer eingelegt. Manche Gastronomiebetriebe bieten während der Rotaugenwochen eine Vielzahl verschiedener Rotaugengerichte an. Wer sichergehen möchte, echten Bodenseefisch auf dem Teller zu haben, achtet auf das Logo der Schutzmarke „Wildfang Bodensee". Ein Zeichen dafür, dass der Fisch zu 100 Prozent aus dem Bodensee stammt. Der Verein Bodenseefisch e.V., dem Fischereibetriebe und Gastronomen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angehören, steht für Transparenz und Regionalität in der Vermarktung von Bodenseefisch.

Die Rotaugenwochen, die am bayerischen Bodensee seit 2019 stattfinden und seit 2022 auf den gesamten See ausgeweitet wurden, sind weit mehr als ein kulinarisches Ereignis. Sie stehen für einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Sees und sind ein klares Bekenntnis zur regionalen, nachhaltigen Fischerei.

Alle teilnehmenden Betriebe sowie weitere Informationen zu den Internationalen Bodensee Rotaugenwochen finden sich unter www.echt-bodensee.de/rotaugenwochen.